Di – Sa
11 – 18

29.04
20.06
2021

Mathis Altmann
Butcher Block

“Altmann’s poetic détournement of the corporate language of advertising has echoes of fin de siècle modernist experiments with disintegrating language and concrete poetry. The slogans float disembodied on the walls, in a similarly nonsensical way evoking Mallarmé’s 1914 epic poem, Un coup de dés jamais n’abolira le hasard (A Throw of the Dice will Never Abolish Chance).” 

– Steven Warwick, Supposed Former Infatuation Junkies, 2021 

 

In seiner neuen Ausstellung Butcher Block untersucht Mathis Altmann (geb. 1987 in München) den millenial moment und interessiert sich insbesondere für die kollabierende Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Seine Generation strebt unter der Geißel einer überhandnehmenden Leistungsgesellschaft nach Verbesserung und Fortschritt und endet in einem ständigen Verlangen nach Selbstverherrlichung. 

Doch Fortschritt ist ein Konzept, das voller Probleme steckt. Wenngleich das Wort oft in optimistischen Narrativen über technische Innovation Verwendung findet, stammt es ursprünglich von der Idee, etwas profitabler zu machen. Liegt in der Besessenheit von Verbesserung wirklicher Fortschritt? Und gibt es überhaupt einen Unterschied? 

Satirisch wie introspektiv rüttelt Butcher Block an den reziproken Abhängigkeitsverhältnissen zeitgenössischer Narrative wie Gemeinschaft, Arbeit, Technologie und Kapital. Gewohnt überspitzt deutet der Künstler dabei auf die Handlungsmacht und Komplizenschaft seiner eigenen Generation hin. 

In seiner neuen Serie von LED Wandskulpturen und Leutschildern bringt er Kitsch-Punk-Nostalgie mit Tech-Glam- our-Fetischen zusammen. Fleischliche Körper werden in Verpixelung und digitaler Abstraktion zu Fragmenten. Der Künstler erschafft absurde Verfremdungen von Branding-Strategien eines globalen Co-Working-Unternehmens und positioniert sich so in widerständiger Ablehnung. Trotz ist ein alter Tanz, der die Desintegration als eine Art Fortschritt vorführt. Erfolg und Misserfolg überlagern sich in dieser Ballardschen Slapstick-Komödie. 

 

Mathis Altmann lebt und arbeitet derzeit in Berlin und Zürich. In 2011 erhielt er einen BA an der Zürcher Hoch- schule der Künste, an der er seit 2016 unterrichtet. Seine Arbeiten wurcen ausgestellt bei The Luma Foundation, Zürich (2020); Mécènes du Sud, Montpellier (2019); Istituto Svizzero, Mailand (2018), MAAT, Lissabon (2017); Swiss Institute, New York (2016); Palais de Tokyo (2016); and Halle für Kunst, Lüneburg (2015). Er hat den Manor Art Prize (2021), den Prix Mobilière (2016), den Swiss Art Award (2015) und the ZBK Art Award (2013) erhalten. 2021 wird seine Arbeit im Kunstmuseum Wolfsburg (2021) und im Kunstmuseum Winterthur (2021) gezeigt. Anlässlich Mathis Altmanns Einzelausstellung im Kunstmuseum Winterthur (2021) wird Lenz Press die erste Monographie des Künstlers veröffentlichen. 

 

Mit der Unterstützung von:

STIFTUNGKUNSTFONDS – NEU START KULTUR

Mathis Altmann, "Butcher Block", Efremidis, 2021

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Mathis Altmann, "Butcher Block", Efremidis, 2021

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Mathis Altmann, "Butcher Block", Efremidis, 2021

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Mathis Altmann, "Butcher Block", Efremidis, 2021

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Mathis Altmann, "Butcher Block", Efremidis, 2021

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Mathis Altmann, "Butcher Block", Efremidis, 2021

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