Di – Sa
11 – 18

24.04
13.06
2020

Hadi Fallahpisheh
Good

Hadi Fallahpisheh performt in der Einsamkeit. Umgeben von Dunkelheit ist sein Sehvermögen beeinträchtigt, seine Bewegungen werden absurd und umständlich. Er ist allein in der Dunkelkammer. Es gibt keine Lichtverschmutzung. Der Künstler verwendet verschiedene Werkzeuge: Taschenlampen, Bälle und fotografische Techniken. Die resultierenden Bilder stehen kurz vor der Karikatur, sie scheinen durch schelmische Impulse motiviert, es lässt sich eine beunruhigende Immoralität vermuten.

In gewisser Hinsicht ähnelt sein Vorgehen einer Slapstick-Komödie. In der Dunkelheit wirft der Künstler einen Ball auf ein Blatt lichtempfindliches Fotopapier – ein sisyphusmäßiger Versuch. Sobald der Ball auf das Papier trifft, leuchtet eine Glühbirne auf. Der Blitz erstellt ein Fotogramm und belichtet verschiedene Objekte, wodurch schwache Umrisse von Gittern und Strukturenentstehen.

Indem er eine Taschenlampe verwendet um seine Strichzeichnungen herzustellen, lässt Hadi Fallahpisheh die Grenze zwischen Fotografie und Malerei verschwimmen. Die grobgezeichneten Figuren in seinen Arbeiten sind oft allein, getrennt oder sogar hinter Gittern; die Arbeiten berühren somit das Thema der kollektiven Erfahrung der Isolation.

Institutionelle und bürokratische Einschüchterung – mit der insbesondere Migrant*innen konfrontiert sind – sind wiederkehrende Motive. Auch die Gefahr der Verfolgung, Vertreibung oder Inhaftierung ist stets präsent. Hadi Fallahpisheh thematisiert Zugehörigkeit und greift die grundlegende Angst vor dem Ausschluss auf. Während er sich mit systemischen Zuständen befasst, nimmt er in seinen Arbeiten das Gefühl von Einsamkeit auf, den menschlichen Zustand in all seinem Wahnsinn.

Für seine erste Ausstellung bei Efremidis produziert Hadi Fallahpisheh eine neue Serie fotogra scher Arbeiten und Keramikskulpturen sowie eine Installation für den Fensterbereich der Galerie. Die Arbeiten eröffnen einen Dialog über Zugang und Exklusivität.

 

Hadi Fallahpisheh (*1987, Iran), lebt und arbeitet in New York, USA. 2015 nahm er an dem Creative Practices Program am International Center for Photography in New York teil. 2016 erhielt er einen MFA in Fotografie am Bard College, 2018 wurde er mit dem Artadia Preis ausgezeichnet.

Zurzeit ist er als teaching fellow an der Harvard University tätig. Seine Arbeiten wurden in folgenden Galerien und Institutionen ausgestellt: Fahrenheit, Madrid; Blum & Poe, Los Angeles; Central Fine, Miami; Sculpture Center, NYC; Tramps, NYC; Simone Subal Gallery, NYC; Kai Katsumiya, NYC; Dastan Gallery, Teheran und Tehran Museum of Contemporary Art, Teheran.

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