Di – Sa
11 – 18

26.06
22.08
2021

Mitchell Anderson
Beautiful and Damned

Beautiful and Damned

 

It is not normal for

me to be a Kennedy. 

But I am no longer

ashamed, no longer 

alone. I am not

alone tonight because 

we are all Kennedys. 

And I am your President. 

“An American Poem” by Eileen Myles 

 

 

Die Porträtmalerei ist schon lange das Medium des Wohlstands und der Privilegierten. In seiner neuen Ausstellung Beautiful and Damned entwirft Mitchell Anderson ein ikonisches Abbild der Industriegesellschaft und ihrer verworrenen Fiktionen. Die Kennedys – die amerikanische Politikerfamilie schlechthin – werden von Anderson sowohl als Objekte der Begierde als auch als Überreste einer antiklimaktischen Nachkriegszeit porträtiert. 

Seine Arbeiten erschweren immer wieder die Unterscheidung zwischen Kunst und Memorabilia: Wahlkampfbuttons, Zigarren aus dem Weißen Haus, Spielkarten und die Fotografien aus Oliver Stones Film JFK bewegen sich alle auf der Grenze zwischen den beiden Kategorien. Diese Praxis, die hier mit Arbeiten aus dem letzten Jahrzehnt vertreten ist, entsteht aus dem Interesse an der Bewertung von Gegenständen; es ist eine Methode, die eine Affinität mit der minimalistischen Skulptur teilt, aber letztlich überwiegend in den trüben Gewässern von Inhalt und Bedeutung angelegt ist. 

In der Ausstellung hängen mehrere Malereien von politischen Wahlkampfbuttons die Wand, und die Designs der Anstecker verweisen mit ihrer sich wandelnden Typografie auf verschiedene Jahrzehnte und regionale Besonderheiten, in denen die verschiedenen Kampagnen geführt wurden. So verweist Andersons Arbeit auf eine Form des politischen Marketings, die darauf abzielt, gewisse Demografien anzusprechen und uns durch die Widersprüchlichkeiten von liberalen Monarchen und Plutokraten zu führen. Der aktuelle Stand der westlichen Demokratie ist eines der vielen Themen der Ausstellung, und als solches ähnelt Beautiful and Damned weniger einem idyllischen Stadtkern als vielmehr einer absurden, konstruierten PR-Kampagne. 

Seine Spielkartenporträts verschlüsseln literarische Zitate mit einer einfachen Chiffre: Sie verweisen auf die Mythen, Tragödien und Verschwörungen, die sich um die Kennedy-Dynastie ranken, und laden den Betrachter ein, verstreute Hinweise zusammenzusetzen und Informationen zu entschlüsseln. Die hemdsärmeligen Körper der Kennedy-Sprösslinge, die auf den Spielkarten fixiert sind, drücken ein libidinöses Gespür für das Politische und eine voyeuristische Fixierung auf virile, maskuline Führung aus. 

Beautiful and Damned verfolgt die Aufstiegs- und Fallgeschichte der Kennedys mit einer obsessiven Genauigkeit. Eindringlich und fieberhaft camp, durchquert Andersons Show eine Landschaft der Widersprüche und kartographiert das Ende des sogenannten amerikanischen Jahrhunderts. 

Mitchell Anderson (*1985, Chicago, USA) lebt und arbeitet in Zürich, wo er die Künstlergalerie Plymouth Rock leitet. Seine Arbeit wurde in den folgenden Institutionen ausgestellt: Kunsthalle Bern (2021); Kunsthalle Basel; Kunsthalle Zürich (2020); Fondazione Converso, Mailand (2019); MAMCO, Geneva (2018); und Fri-Art Kunsthalle Fribourg (2017). Er ist 2021 für den Prix Mobilière 2021 und den Swiss Art Awards 2021 nominiert. Anlässlich seiner Ausstellung veröffentlicht Efremidis Mitchell Andersons Notes. 2014-2021. 

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
Installationsansicht

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Fortunate Son", 2017
Acryl auf Leinwand
200 cm Durchmesser

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Fortunate Son", 2018
Acryl auf Leinwand
200 cm Durchmesser

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
Installationsansicht (Detail)

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Fortunate Son", 2018
Acryl auf Leinwand
200 cm Durchmesser

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Fortunate Son", 2017
Acryl auf Leinwand
200 cm Durchmesser

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
Installationsansicht (Detail)

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Fortunate Son", 2018
Acryl auf Leinwand
200 cm Durchmesser

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
Installationsansicht

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
Installationsansicht

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Fortunate Son",2021
Spielkarten auf Panel
160 x 120 cm, gerahmt

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"The Beautiful and Damned (Beautiful
things)", 2021
Spielkarten auf Panel
160 x 120 cm, gerahmt

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Buddenbrooks (Zeichen und Symbole)", 2021
Spielkarten auf Panel
160 x 120 cm, gerahmt

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis 2021
Installationsansicht (Detail)

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Bobby", 2021, encaustic on panel, 80 x 60 x 4 cm

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"What's Past is Prologue", 2013 - 2014, color and black & white photographs, Oliver Stone's JFK (1991), custom table, 30 x 200 x 200 cm

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"What's Past is Prologue", 2013 - 2014, (Detail)

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
Boy of Tears, 2017-2020, John F. Kennedy's H. Upmann Cuban cigar, c. 1963, plinth 30 x 200 x 200 cm

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Boy of Tears", 2017-2020, (Detail)

Mitchell Anderson, "Beautiful and Damned", Efremidis, 2021
"Beautiful and Damned", 2021, (detail), sequins, dimensions variable

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